Angebote schreiben oder: Ich bin ja keine Autowerkstatt

20180719_152116_resizedGefühlt jeder Zweite hat mich zu Beginn meiner Selbstständigkeit mit dem immergleichen Satz beglückt: “Selbstständig bedeutet selbst und ständig”. Zugegeben, den Spruch hatte ich wirklich vorher noch gar nicht gehört, aber die stete Wiederholung aus tausend Kehlen machte das schnell wett.

Womit ich mich vielmehr schon beschäftigt hatte, war das Angebote schreiben. Ich bin ja nun keine Auto-Werkstatt. Das heißt, es gibt keinen natürlichen Artikelbestand wie Reifen, Ölfilter oder Schrauben. Auch keine typischen Handgriffe wie Montage, Fehleranalyse oder Reifendruckmessung. Bei mir gibt’s stattdessen Prozessbegleitung, Moderation, Strategieberatung. Aha. Kann man nicht stapeln, kann man nicht anfassen, sondern nur erleben.

Das brachte mich zur Erkenntnis: Ich brauche keine Lagerhalle, sondern Gelegenheiten, meine Arbeit zu präsentieren. Und Menschen, die mich weiterempfehlen. Und gute Referenzen, aus denen man ableiten kann, was ich mache. Klingt nach nem Plan, oder? : )

Für die Angebotserstellung braucht es – gerade für ungeübte Auftraggeber – dazu auch eine gute Übersetzung der Vorhaben in kleine Teile, damit er oder sie sich vorstellen kann, was er oder sie da bucht. Das bringt mich zur steten Frage der Fragen: Kalkulieren nach Stunden- oder Tagessätzen? Mit Vorbereitung oder ohne? Fahrtzeit oder nicht? Und die Kernfrage: Was ist überhaupt ein guter Stunden- oder Tagessatz?

Die Rahmenbedingungen sind einfach und doch komplex: Ich muss meinen Auftraggeber richtig einschätzen, damit er mich in Betracht zieht. Hilfreich sind hierbei vorhandene Honorarstaffeln – solls geben – oder Erfahrungswerte aus meinen Referenzen. Dann muss der Aufwand mit meinen kalkulierten Angaben auch zu schaffen sein. Und am Ende muss ich davon mein Einkommen bestreiten – mit so schönen Herausforderungen wie Krankenversicherung, Mehrwertsteuer, Umsatzsteuer, Rente, Büroausgaben und Co. Alles interessante Fragen, was?

Am Ende hilft nur: Ausprobieren. Schönen Riethwerk-Aufkleber drauf. Und ab die Post.