Eine Arbeitsgruppe, ein Papier und ein Minister

20180806_122302_resizedArbeitsgruppen sind ja gern gewählte Aggregatzustände in Prozessen. Ob man sie persönlich mag oder nicht, hängt von einigen Faktoren ab. Die Wenigsten unter uns mögen Arbeitsgruppen per se. Aber entgehen kann man ihnen meistens auch nicht, daher hilft es also, sich dem Unvermeidlichen zu fügen und lieber nach guten Beispielen Ausschau zu halten.

Was tun also? Eigene Vorerfahrungen spielen oft eine große Rolle. Zu Recht sagt einem die Erinnerung an Erlebtes, ob sich Arbeit in Arbeitsgruppenform eher zäh oder eher sinnstiftend anfühlt. Dabei ist es ganz wunderbar, wenn man EINMAL die kreative Kraft einer guten Arbeitsgruppe erlebt hat. Wo es flutscht. Und passt. Und am Ende was rauskommt. Das will man immer wieder haben. Das trägt über viele blöde Beispiele hinweg. Die Kunst ist, eine gute Erfahrung überhaupt zu machen. Manche sprechen von “einmal im Arbeitsleben”-Erlebnis. : )

Helfen kann bei Arbeitsgruppen auch die persönliche Kompetenz – manche nennen sie auch Leidensfähigkeit -, Grundsatzdiskussionen und Redeschleifen auszuhalten, vor allem, wenn Andere reden und man selbst gern am eigenen Schreibtisch säße. Natürlich gilt: Manche dieser Diskussionen sind notwendig und führen weiter (Typ 1), andere machen oft nur müde (Typ 2). Leider ist allzuoft eher Typ 2 dran.  Dann kann man entweder seine Sudoku-Skills weiterentwickeln oder Kopfrechnen üben. Oder einfach die Zeit abwarten. Oder subversive Maßnahmen ergreifen. Wie eine externe Moderation zu engagieren. : )

Ich bin ja kein ausgeprägt geduldiger Mensch, daher hab ichs mit Schleifen und Grundsatzvorträgen auch nicht so. Mein Anspruch: Jeder Mensch hat das Recht auf gut moderierte Beratungen und Prozesse. Also hilft: Gedanken sortieren, Schritte vereinbaren, Ergebnisse überprüfen und eine kleine Munterkeit zwischendurch.

So ist auch die Arbeitsgruppe zur den Impulsen der “Landesstrategie Mitbestimmung junger Menschen in Thüringen” im August an ihrem Ergebnis angekommen: ein Papier voller guter Ideen und Ansätze, übergeben an den Bildungsminister. Nun haben sich die AG-Mitglieder verdientermaßen eine kleine Pause verordnet und schauen gespannt dem Papier im ministeriellen Verfahren zu. Es wird zu berichten sein…